Eine Betroffene gesteht über Sportsucht: Wenn Bewegung zur Obsession wird

Die unaufhörliche Jagd nach Perfektion
Täglich bis zu 30.000 Schritte und zusätzliches Krafttraining im Fitnessstudio – was als harmloses Hobby begann, entwickelte bei Laura eine unaufhaltsame Dynamik, die ihr Leben dominierte. "Jede freie Minute habe ich genutzt, um mich zu bewegen", erinnert sich die 26-Jährige. "Da der Tag nur 24 Stunden hat und ich zur Arbeit musste, habe ich oft auch nachts trainiert." Freunde? Fehlanzeige. In den schlimmsten Phasen hatte sie kaum noch ein soziales Leben.
Der Einfluss von Social Media
Sport als Ventil für Stress – das klingt gesund, kann jedoch auch zur Falle werden. Bei Laura war es genau dies. Soziale Medien vermittelten ihr das Bild, dass nur "wer immer durchhält, stark ist." Instagram und TikTok trieben sie zu noch mehr Training an, um Muskeln aufzubauen und Fett abzubauen. Ihre Ernährung war darauf abgestimmt. "Ich habe meinen Körper regelrecht ausgezehrt", blickt Laura zurück.
Perfektionismus und Kontrolle
Hinter der Sportsucht steckt oft mehr als nur der Drang nach Bewegung. Viele Betroffene, wie Laura, kämpfen zusätzlich mit Essstörungen und einem gestörten Körperbild. Der Zwang zur Bewegung diente auch dazu, Gefühle zu unterdrücken.
Der Kampf gegen die innere Unruhe
Laura verband ihre Sportsucht mit dem Wunsch nach Anerkennung, Schlankheit und Leistung. Wenn sie krank war oder wegen Schmerzen pausieren musste, plagten sie Schuldgefühle und eine unerträgliche Unruhe. "Es war so schlimm, dass ich kaum schlafen konnte", berichtet sie. Erst als ihr Körper aufgab und "Hunger" schrie, erkannte sie, dass sie ein Problem hatte. "Es kippte und ich entwickelte eine Binge-Eating-Störung." In kurzer Zeit aß sie unkontrolliert riesige Mengen und fühlte sich hilflos. Hilfe bei innerer Unruhe und Schlafproblemen
Der mühsame Weg zur Genesung
Schritt für Schritt fand Laura aus eigener Kraft den Weg zurück. Zuerst weniger Training, dann Pausen, schließlich über Monate gar kein Sport mehr. "Es war extrem schwer am Anfang, aber dann bemerkte ich: Es passiert nichts Schlimmes, wenn ich normal esse und nicht ständig jogge und Kalorien verbrenne." Innerhalb eines Jahres nahm Laura 15 Kilo zu und erreichte ein gesundes Normalgewicht. Sie lernte, sich selbst zu akzeptieren und auf ihren Körper zu hören. "Gesund zu sein ist viel wichtiger, als perfekt zu sein", sagt die junge Frau heute und teilt diese Botschaft auch auf ihrem Instagram-Kanal @laura_hanel. Sie genießt es wieder, ins Fitnessstudio zu gehen, ohne Zwang und mit Freude: "Ich hoffe, dass ich diese Freude an der Bewegung beibehalten kann und nie wieder in die Sucht abrutsche." Ratgeber für eine gesunde Beziehung zum EssenTagebuch für Selbstreflexion und Achtsamkeit
Quellen
- Original Source: Apotheken Umschau Wohlbefinden (https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/sport-und-bewegung/sportsucht-wenn-training-zum-zwang-wird-lauras-geschichte-1516123.html)